Warum die Wildsauelf "Wildsauelf" heißt...

Nach dem Aufstieg 1951 war die Begeisterung und die Aktivität der Einzelnen unwahrscheinlich gross und jeder sprach vom Fussball. Da war zunächst die Sache mit der Wildsau. Das Vieh selbst war noch nicht da. Aber die Preußen aus Münster. Sie hatten sich verpflichtet, mit einer kombinierten Mannschaft in Remblinghausen gegen den dortigen FC anzutreten, wenn man ihnen dafür eine Wildsau geben würde.

"Die Sau werdet ihr bekommen," liess Vorsitzender Hubert Büenfeld, damals 33, bis vor zwei Jahren Aktiver und jetzt Vorsitzender, seine Freunde in Münster wissen. Es war beileibe nicht Nacht, als die Preußen kamen. Aber in Remblinghausen wurde nicht so schnell geschossen.

Die Preußen spielten Fussball und hatten einige ihrer Kanonen dabei, die kurz vorher im Olympiastadion vor 100000 Zuschauern nach der Meisterkrone des deutschen Fussballs gegriffen hatten.

"Wo ist die Wildsau?" war die erste Frage. Aber wie Wellington bei Waterloo war Hubert Büenfeld zunächst mal froh, dass die Preußen da waren. "Die Wildsau kommt," wurden sie beruhigt. Also wurde sofort gespielt. Es soll aber auch in Remblinghausen solche Fussballnarren gegeben haben, die lieber einem Spiel ihres Fussball-Clubs gegen die Preußen zusahen, als auf Jagd nach einer Wildsau zu gehen. Doch dann wurde Hubert Büenfeld telefonisch vom Platz herunter geholt.

"Die Wildsau ist da!" riefen sie erleichtert. Sie lebte noch und war in einem Loch gefangen gehalten. Dem Vorsitzenden fiel der berühmte Stein vom Herzen. Die Wildsau für die Preußen war da! Die aus Münster sollen samt Addy Preißler bei der festlichen Mahlzeit einen gesunden Appetit entwickelt haben. Da war die Wildsau bald verspeist.

Doch damit ist die Geschichte noch längst nicht am Ende. Elf Remblinghauser tragen seit jenem Tage nämlich Wappen auf ihrer Fussballbrust, die "Wildsau". Dennoch ist es auf den Fussball-Feldern des Sauerlandes durchaus nicht so, dass gegenerische Mannschaften und deren Freunde sich auf Bäume retten, wenn die Wildsäue aus Remblinghausen auf dem Platz erscheinen.

Turner Seubert und Oldtimer Nieswand machten ihre Schützlinge zwar flott, wenn in der Schützenhalle trainiert wird, aber im Spiel sind die Remblinghauser zahm. Eine Zeitlang hat sie "Preuße" Jupp Lammers trainiert. 2. Vorsitzender war zu der Zeit Johann Wrede, Geschäftsführer Franz Hanses, Kassierer Heinz Droste. 140 Mitglieder hatte der Fussball-Club, davon sind rund 40 nach dem Aufstieg zur Bezirksklasse zum Verein gestossen.

Eine Verbindung zu Preußen Münster blieb in den darauf folgenden Jahren immer erhalten. Eine grosses Ereignis gab es im Sommer 1952, als unsere Elf im Preußenstadion das Vorspiel vor 10000 Zuschauern gegen die Reserve von Preußen bestritt. Jeder, der damals dabei war, träumt noch heute davon.

Dieses Wappen tragen die Remblinghauser Fussballer seit jenen Tagen stolz auf ihrer Brust.